KALPS – DAS KOLONIALE AFRIKA ALS MEDIENEREIGNIS
Lichtbildervorträge zwischen Erwachsenenbildung, Mission und Kolonialpropaganda (ca. 1880–1960)
Das explorative Forschungsprojekt untersucht, wie Lichtbildervorträge Wissen über das koloniale Afrika erzeugten und einem breiten europäischen Publikum im Rahmen der Erwachsenenbildung vermittelten. Archivrecherchen in Luxemburg und Österreich erschließen Lichtbildserien, Vortragstexte, Programme, Presseberichte und institutionelle Dokumente. Im Mittelpunkt stehen die Rolle des Mediendispositivs in der Erwachsenenbildung und in der Missionsarbeit sowie das Zusammenspiel von Bild, gesprochenem Kommentar, wissenschaftlicher oder religiöser Autorität, Belehrung und Unterhaltung sowie die jeweiligen ökonomischen Aspekte.
Der zweite Projektteil überträgt diese Fragestellungen in ein zeitgemäßes medienpädagogisches Format. Kurze, für soziale Medien konzipierte Videos stellen ausgewählte Lichtbilder und deren Verwendung in Lichtbildervorträgen vor. Sie zeigen, wie koloniale Bildwelten Wissen, Emotionen und Hierarchien produzierten und fördern einen kritischen Umgang mit historischem Bildmaterial. Das Projekt verbindet damit Archivrecherche, Mediengeschichte, Public History und kritische visuelle Bildung.
Foto: Oliver Stanislowski
